
Der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e. V. wurde
1995 gegründet und hat seitdem eine engagierte und umfangreiche
Arbeit zur Etablierung des Verbandes als "Sozialpsychiatrischer
Fachverband" des Landes M-V geleistet.
Neben seinen eigentlichen Aufgaben, die in der Satzung des Landesverbandes
festgeschrieben sind, hat er sich engagiert in eine Bildungsgemeinschaft
- "Staatlich anerkannte Weiterbildungsstätte für Sozialpsychiatrie"
eingebracht, zahlreiche Arbeitsgruppen gegründet, die ARGE ins
Leben gerufen, um den "Psychiatriewegweiser" für das
Land M-V zu erstellen, ein Institut für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern
e. V. an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald mitgegründet
und sich als Träger von Modellprojekten "Sozialpsychiatrie"
1998 - 2001, "Kommunale Psychiatrie" 2002 -2005 und "Kostendämpfung
in der Eingliederungshilfe" (KoDE) seit 2006 engagiert und Verantwortung
übernommen, um Ergebnisse der Modellprojekte in der sozialpsychiatrischen
Praxis des Landes M-V umzusetzen.
Im Rahmen des Netzwerkes wird zielstrebig seit 2004 die enge Verflechtung
der seit der Gründung des Landesverbandes durch ihn initiierten
Projekte in enger Abstimmung mit allen in die sozialpsychiatrische
Versorgungslandschaft des Landes M-V Eingebundenen gesichert.
In das Netzwerkprojekt ist ein offenes Projekt und kann ständig
durch weitere Bausteine, Projekte und Initiativen ergänzt werden.
Im folgenden sind die wesentlichen Schwerpunkte der Arbeit mit den
17 Netzwerkbausteinen (Grafik) dargestellt und beschrieben, an deren
Realisierung und Umsetzung auch im Jahr 2006 gearbeitet wurde:
1. Bildungsgemeinschaft Sozialpsychiatrie
Die Bildungsgemeinschaft ist "Staatlich anerkannte Weiterbildungsstätte
für Sozialpsychiatrie " und wird durch den Landesverband
gemeinsam mit dem Diakonischen Bildungszentrum Mecklenburg gGmbH
betrieben. Sie hat in den zurückliegenden Jahren neun Kurse
"Berufsbegleitende Weiterbildung in der Sozialpsychiatrie"
vorbereitet und durchgeführt. Der zehnte Kurs ist angelaufen.
Gleichzeitig hat sie sich zu einem Bildungsträger etabliert,
der für das gesamte Segment der Fort- und Weiterbildung im
Bereich der Sozialpsychiatrie im Land M-V jährlich seine an
der Praxis orientierten Bildungsangebote unterbreitet. Die erweiterte
Schulleitung und der Fachbeirat der Bildungsgemeinschaft sind ehrenamtlich
tätig und deren Arbeit wird wesentlich durch den Projektleiter
des Netzwerkes koordiniert.
2. Landesverband Psychiatrie-Erfahrener M-V e.V.
Der Landesverband Sozialpsychiatrie hat wesentlich die Gründung
dieses Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener M-V 1997 unterstützt.
Über das Netzwerk wird ständig der Dialog mit diesem Landesverband
gesichert und über die Modellprojekte des Landesverbandes Nutzerkolloquien
und Nutzerbefragungen organisiert, um im Ergebnis die Mitsprache
der Psychiatrie-Erfahrenen bei der Ausgestaltung psychosozialer
Hilfen zu sichern.
3. Landesverband Mecklenburg-Vorpommern der Angehörigen
und Freunde psychisch Kranker e.V.
Es liegt im ureigensten Interesse des Landesverbandes Sozialpsychiatrie,
den Trialog zwischen den drei Landesverbänden in Mecklenburg-Vorpommern
zu sichern, Initiativen und Aktivitäten der Verbände abzustimmen,
zu bündeln und bei Eigenständigkeit eines jeden Landesverbandes
zu einer Plattform der Interessenvertretung von psychisch kranken
behinderten Menschen in M-V zu gelangen. Die Einbindung des Landesverbandes
der Angehörigen in das Netzwerk Sozialpsychiatrie durch den
Projektleiter soll u.a. die Informationen über alle im Netzwerk
etablierten Bausteine und deren Arbeitsergebnisse sichern.
4. Positionen 2006 des Landesverbandes
Die Positionen 2006 des Landesverbandes beinhalten 20 Positionen
in Ableitung aus dem Psychiatrieplan des Landes M-V von 1994 und
22 Arbeitsschwerpunkte zur weiteren Ausgestaltung der gemeindeintegrierten
Psychiatrie in M-V. Über das Netzwerk werden wesentlich die
Diskussion und die Standpunktbildung zu den aufgeworfenen Positionen
geführt und die Realisierung der Arbeitsschwerpunkte im Zeitraum
bis Ende 2008 gesichert. Der Projektleiter des Netzwerkes hat die
Aufgabe, die entsprechende Mitgestaltung der am Netzwerk Verbundenen
anzuregen, einzufordern und zu sichern.
5. Basisstrukturmodell gemeindeintegrierter Versorgung
Das Basisstrukturmodell war ein wesentliches Arbeitsergebnis des
Modellprojektes Sozialpsychiatrie (Laufzeit 1998-2001). Über
das Netzwerk ist die Möglichkeit gegeben an der ständigen
Umsetzung des Modells in den kommunalen Gebietskörperschaften
zu arbeiten und somit landesweit gleichartige Lebensbedingungen
für Menschen mit psychiatrischer Erkrankung und Behinderung
herzustellen und zu sichern.
6. Modellprojekt Sozialpsychiatrie 1998-2001
Das Modellprojekt hat im Arbeitszeitraum im Ergebnis von Arbeiten
in Erprobungsregionen eine Vielzahl von Vorschlägen zur weiteren
Gestaltung der Gemeindepsychiatrie im Land M-V unterbereitet. Über
das Netzwerk ist eine Basis und Möglichkeit gegeben, die kontinuierliche,
langfristige Umsetzung der Projektvorschläge, die in einem
vom Staatsekretär des Sozialministeriums des Landes M-V berufenen
Beirat bestätigt wurden, zu gewährleisten.
Die Bearbeitung bundesweiter Anfragen und die Bereitstellung der
erarbeiteten Materialien für verschiedene Interessenten sind
ebenfalls Bestandteil der Arbeit des Netzwerkes Sozialpsychiatrie.
7. Modellprojekt Kommunale Psychiatrie 2002-2005
Der Ansatz, der für das obige Modellprojekt beschrieben wurde,
galt auch wesentlich für dieses Modellprojekt. Das Netzwerk
Sozialpsychiatrie hat hier wesentlich die Verantwortung übernommen,
die in 7 Begleit- und 3 Netzwerkregionen gewonnenen Ergebnisse auf
weitere interessierte kommunale Gebietskörperschaften des Landes
M-V zu übertragen. Dadurch wurde erreicht, dass die eingesetzten
Projektfördermittel die erforderlichen Synergieeffekte erzielten.
Auch hier konnte über das Netzwerk Sozialpsychiatrie die erforderliche
Verantwortlichkeit gesichert werden, um die dazu erforderlichen
Koordinierungs- und Abstimmungsarbeiten vorzunehmen und die Verbreitung
der Projektergebnisse auch über die Laufzeit des Modellprojektes
Kommunale Psychiatrie hinaus zu sichern.
8. Modellprojekt Kostendämpfung in der Eingliederungshilfe
2006-2008
Ausgehend von dem bundesweit prognostizierten weiteren Anstieg der
Ausgaben für Menschen mit Behinderungen im Bereich der Sozialhilfe
ist es dringend erforderlich, diesem Trend aktiv und steuernd entgegenzuwirken.
Über das Netzwerk ist die Möglichkeit gegeben vorhandene
Ressourcen in allen Bereichen sozialer Arbeit gezielt zu bündeln
und zu vernetzen,
- ohne dabei anerkannte Qualitäts- und Fachstandards zu kappen,
- ohne das bisher in Mecklenburg-Vorpommern Erreichte über
Bord zu werfen,
- ohne den gesetzlich verankerten Einzelfallanspruch zu beschneiden.
Der Landesverband Sozialpsychiatrie M-V e. V. will sich mit seinen
Mitgliedern, den Leistungsanbietern sozialpsychiatrischer Hilfen
in Mecklenburg-Vorpommern, dieser schwierigen Aufgabe im Rahmen
des Modellprojektes "KoDE" stellen. Mit diesem Modellprojekt
soll versucht werden, alternative Lösungswege zu erproben und
zu beschreiben.
9. IBRP - Personenzentrierte und lebensfeldorientierte Hilfeplanung
Ein wesentliches Ergebnis der Modellprojekte des Landesverbandes
Sozialpsychiatrie M-V e.V. war, dass die 9. Mitgliederversammlung
im Mai 2004 den Beschluss fasste, den IBRP landesweit als Instrument
zur Hilfeplanung anzuwenden und im Vorfeld der Hilfeplankonferenzen
mit allen Beteiligten zu erarbeiten und abzustimmen. Über das
Netzwerk Sozialpsychiatrie sollen die weiteren Schulungen zum IBRP,
der Erfahrungsaustausch zur Anwendung und, bei Fortschreibung des
IBRP durch die AKTION PSYCHISCH K RANKE, Bonn, wie zuletzt durch
die Ergänzung für den Bereich Arbeit, die Informationsverbreitung
gesichert werden.
10. Institut für Sozialpsychiatrie M-V e.V.
Der Landesverband war wesentlicher Initiator im Juni 2001, das Institut
Soziapsychiatrie M-V e.V. als An-Institut der Ernst-Moritz-Arndt-Universität
Greifswald zu etablieren.
Damit ist es gelungen, über das ISP die Gemeindepsychiatrie,
die klinische Psychiatrie und Lehre und Forschung der Universitäten
zusammenzuführen. Anliegen des Netzwerkes ist es u.a., aus
den Bausteinen Schwerpunkte für wissenschaftliche Studien und
Arbeiten abzuleiten und auf der anderen Seite die Rückkopplung
von wissenschaftlichen Arbeitsergebnissen in die Netzwerkbausteine
sicherzustellen.
11. ARGE "Psychiatriewegweiser"
Die ARGE als Baustein des Netzwerkes trägt u.a. Verantwortung
dafür, im 5-Jahres-Zyklus einen Psychiatriewegeweiser für
das Land M-V herauszugeben, im Internet zu präsentieren und
ab 2006 im Internet im 3-Monatszyklus zu aktualisieren. Wesentliches
Ergebnis dieser Arbeit ist, dass viele im Psychiatriewegweiser angeführten
Institutionen und Einrichtungen dadurch die Möglichkeit einer
engen bi- und multilateralen Vernetzung erhalten.
12. Arbeitsgruppen
Unter dem Dach des LV sind die Arbeitsgruppen
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Berufliche Rehabilitation/Hilfen zur Arbeit |
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Leiter Psychosozialer Wohnheime |
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Tagesstrukturierung-Ost |
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Tagesstrukturierung-West |
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Leiter Psychiatrischer Pflegewohnheime |
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Betreute Wohnformen |
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Geschäftsführer der Mitgliedsvereine |
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Forensische Psychiatrie |
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IBRP-MV |
aktiv.
Diese Arbeitsgruppen führen in der Regel 3-4 Beratungen im Jahr
durch und an den ca. 25 Jahresveranstaltungen nehmen 300-350 Delegierte
aus den Einrichtungen der Sozialpsychiatrie teil. Diese Beratungen
sind Foren des Erfahrungsaustausches und der Weiterbildung. Der Projektleiter
ist verantwortlich für die organisatorische und inhaltliche Vorbereitung
dieser Veranstaltung in Abstimmung mit den gewählten Sprechern
der Arbeitsgruppen. Aus dem Netzwerk Sozialpsychiatrie erhalten die
Sprecher über den Projektleiter wesentliche Anregungen zur Ausgestaltung
ihrer ehernamtlichen Arbeit.
13. Landearbeitsgruppe Psychiatriekoordinatoren M-V
Die Landesarbeitsgruppe und der Projektleiter des Netzwerkes Sozialpsychiatrie
haben vereinbart, die Psychiatriekoordinatoren kontinuierlich über
wesentliche Ergebnisse des Netzwerkes Sozialpsychiatrie zu informieren,
in bestimmte Veranstaltungen einzubeziehen und die Mitarbeit zu
sichern.
14. Landesarbeitsgruppe Leiter der Sozialpsychiatrischen Dienste
M-V
Mit der Landesarbeitsgruppe soll durch das Netzwerk eine enge Zusammenarbeit
angestrebt werden, um eine vertrauensvolle gegenseitige Information
über beiderseitig interessierende Themen zu sichern.
15. Fachausschuss Behindertenhilfe der LIGA
Zwischen dem Landesverband als Sozialpsychiatrischen Fachverband
des Landes M-V und dem Fachausschuss ist vereinbart, dass zu Grundsatzfragen
der Sozialpsychiatrie die Einbeziehung des Landesverbandes und des
Netzwerkes durch den Fachausschuss erfolgt.
16. Internetpräsentation Sozialpsychiatrie
Unter www.sozialpschiatrie-mv.de
sind seit Mai 2005 wesentliche Ergebnisse von Bausteinen des Netzwerkes
Sozialpsychiatrie veröffentlicht, werden ständig ergänzt
und aktualisiert. Über diese Internetpräsentation ist
ein ständiges Forum zur Sozialpsychiatrie in M-V öffentlich.
Die Aktualisierung wird über das Netzwerk kontinuierlich gesichert.
17. TAB Projekt -Teilhabe an Arbeit und Beschäftigung psychisch
kranker und behinderter Menschen in M-V
Im November 2004 wurde das Modellprojekt Kommunale Psychiatrie erweitert
um das TAB-Projekt in enger Kooperation mit der AKTION PSYCHISCH
KRANKE, Bonn, der Hansestadt Rostock und dem Landkreis Ostvorpommern.
Im Ergebnis mehrerer Projekte und Studien wurden der Sozialministerin
des Landes M-V, Frau Dr. Marianne Linke, im Rahmen der 10. Mitgliederversammlung
des Landesverbandes am 27.05.2005 Schwerpunkte für die Integration
psychisch kranker behinderter Menschen des Landes M-V übergeben.
Neben den Verantwortlichen für das genannte TAB-Projekt wird
es wesentliche Aufgaben des Projektes Netzwerk Sozialpsychiatrie
sein, die Umsetzung der zahlreich gemachten Vorschläge zu befördern.
Der Vorstand des Landesverbandes Sozialpsychiatrie hat auf seiner
56. Vorstandssitzung am 26.10.2006 den Antrag an das Ministerium
für Soziales und Gesundheit des Landes M-V auf die weitere
finanzielle Förderung des Netzwerkes Sozialpsychiatrie 2007
beraten.
Koordination, Vernetzung und Integration der beschriebenen Schwerpunkte
leisten einen entscheidenden Beitrag zu weiteren Ausgestaltung einer
gemeindeintegrierten Psychiatrie in Mecklenburg-Vorpommern.
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